Vom Symptom auf die Lösung kommen?

Oft starten Firmen ein Projekt nur, um ein akutes Problem zu beheben oder weil Veränderungen zum Handeln zwingen. Und weil diese Aufgaben nicht einfach so neben dem Tagesgeschäft erledigt werden können, wird ein Projekt aufgesetzt. Die Frage dabei lautet: Wie wir „vom Symptom auf die Lösung kommen?

So kommen zu den bereits geplanten und budgetierten Projekten dann noch unvorhergesehene Massnahmen hinzu. Es gilt, neue Märkte zu erschliessen, Bereiche zusammenzulegen bzw. zu reorganisieren oder die Rentabilität zu verbessern. Häufig fordern die Eigentümer einfach mehr Profitabilität und neues Wachstum.

Die Auslöser sind vielfältig. Unsere aktuelle Studie zeigt: Firmen führen im Schnitt ständig zwischen 20 und 100 solcher „Sonderaufgaben“ auf dem Radar resp. in der Management-Agenda.

Vom Symptom auf die Lösung kommen

Symptome verdecken häufig die wahre Ursache hinter einem beschriebenen Problem. Und Symptome tun manchmal weh. Wenn Sie Erfolg mit Ihrem Projekt haben wollen, klären Sie darum vor einem Projektstart die Aufgabe und Zielsetzung sorgfältig. Prüfen Sie, ob Sie am richtigen Thema arbeiten.
Vom Symptom auf die Lösung kommen

Warum Sie zuerst klären sollten, ob Sie „am richtigen Thema“ arbeiten

In der nachstehenden Tabelle finden Sie einige in unserer Praxis angetroffenen Fälle. Wir stellen den vom Kunden gewählten, Symptom-basierten Lösungsansatz dem ursachenbezogenen Ansatz gegenüber:

ID
Situation
Symptom
Ursache
A
23 parallele betriebliche Optimierungsprojekte kommen nicht voran
Ein Programm-Manager soll koordinieren
Nach Business Check-up werden 21 Projekte gestoppt oder in ein neues Vorhaben integriert. Ein Projekt wird fortgeführt und eines wie geplant beendet.
B
Hohe auftragsspezifische Engineering-Kosten
Wir verlagern das Engineering wegen hoher Lohnkosten in Mitteleuropa nach Indien
Durch eine modulare Gestaltung der Produktarchitektur senkt sich der Engineering-Aufwand drastisch.
C
Viele Qualitätsprobleme führen zu kostspieligen Rückrufaktionen
Wir müssen das Prüfwesen ausbauen und das Qualitätswesen neu organisieren
Die Fertigungseinleitung neuer Produkte (Serienreife) wird effektiver gestaltet.
D
Intransparente Kosten- und Ergebnisrechnung
Wir brauchen ein neues ERP-System
Das Prozess- und Organisationsmodell klären und Ursachen der Intransparenz beseitigen
E
Hoher Fertigungs-Stundensatz im deutschen Stammhaus
Fertigung nach Polen verlagern
Den Overhead Anteil am deutschen Stundensatz reduzieren
F
Hoher Handling-Aufwand und Platzbedarf für spaltmassgerechte Endmontage
Aktuelle Spaltmasse an Zulieferer übermitteln, damit dieser spaltmassgerechte Komponenten liefert
Spaltmassgerechte Set-Bildung bzw. Vormontage ausserhalb des Montagewerks

Warum Ihnen ein Hubschrauber mehr nützt als eine Lupe.

Wir alle denken in gewohnten Bahnen und verfallen in ein lange eingeübtes Verhaltensmuster. Bewusst und unbewusst. Bei Problemen reagieren wir oft instinktiv. Wenn Sie vom Symptom auf die Lösung kommen und auch die Ursachen erkennen wollen, hilft Ihnen das nicht.

Setzen Sie sich mit mir gedanklich in einen Hubschrauber und steigen wir gemeinsam in die Höhe. Von hier oben sehen wir zwar weniger Details, dafür aber das gesamte Bild. Wir erkennen das Umfeld unseres Problems und plötzlich fällt es uns wie Schuppen von den Augen: Die Ursache hinter dem Symptom wird sichtbar. Und besonders drastisch fällt uns auf, dass Ursache und Symptom häufig weiter auseinander liegen, als wir zuerst vermuteten.

„Out-of-the-box“ Denken. Setzen Sie den ersten Schritt richtig.

Mit „Out-of-the-Box“ meinen wir, nach Lösungen zu suchen die jenseits bisheriger Gewohnheiten, Denkweisen oder Paradigmen liegen.

Betriebliche Probleme sind oft auch Folge bestehender Gewohnheiten und Denkmuster. Diese – zumindest im Denkansatz – zu überwinden, ist ein wichtiger Schritt, damit Sie vom Symptom auf die Lösung kommen.

Im Gegensatz dazu steht die funktionale Fixierung. Hierbei beschränken sich Überlegungen und Handlungen auf die gewohnheitsmässige Verwendung von Lösungsprinzipien und Werkzeugen. Das ständige Bemühen eine Sache noch besser machen zu wollen, gilt dabei als ein Klassiker. Funktional fixiert hindern wir uns deshalb daran, Alternativen miteinzubeziehen.

Schuld daran ist unser Gehirn. Es orientiert sich zur Lösung von Problemen an Denkgewohnheiten, die in der Vergangenheit erfolgreich waren. Erfordert ein Problem aber ein Umdenken oder eine veränderte Sichtweise, sind daher alte, nicht effektive Denkgewohnheiten hinderlich bei der Lösung eines betrieblichen Problems.

Achtung: Bitte verwechseln sie „out-of-the-box“ nicht mit dem im englischen Wortgebrauch verwendeten „von der Stange, sofort benutzbar“.

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